Den zweiten Bezirk entwickeln
Der zweite Wiener Gemeindebezirk ist ein bunter und lebendiger Bezirk, der Vieles bietet. Seit über 10 Jahren habe ich meinen Arbeits- und Lebensmittelpunkt im Karmeliterviertel und verfolge seine Entwicklung zu einem immer schicker - und immer teurer - werdenden Grätzel live mit. Auch andere Teile des zweiten Bezirks besitzen eine Menge Potential. Doch die Bezirkspolitik scheint nichts von organischer Entwicklung eines Stadtteiles zu halten. Man setzt lieber auf große Prestige(?)-Projekte, ohne Rücksicht auf bestehende Strukturen.
Transparenz bei Entscheidungen
Die umstrittene Verbauung des Augartenspitzes ist nur ein Beispiel in einer Reihe von Entscheidungen, welche die Bezirksleitung einfach gegen die Bevölkerung "durchzieht". Der Bezirk braucht mehr Transparenz! Alle BewohnerInnen des Bezirkes haben ein Recht zu erfahren, was in den Bezirksgremien geschieht - und zwar rechtzeitig, solange noch die Möglichkeit besteht, sich tatsächlich einzubringen. Dazu gehört auch, dass das Budget des Bezirkes online publiziert wird.
Eine gesunde Wirtschaft und Schluss mit der Misswirtschaft der Stadt
Über Einkaufsstraßen wird viel geredet aber wenig getan. Das Liberale Forum tritt für ein gezieltes Stadtteil-Marketing ein, das neben den Einkaufsstraßen auch das ganze Grätzel in der Entfaltung seines spezifischen Potentials unterstützt. Die Interessen der zahlreichen Kleinbetriebe sind stärker zu berücksichtigen! Denn wie in ganz Wien sind auch in unserem Bezirk die KMU's (Klein- und Mittelbetriebe) die Stütze der Wiener Wirtschaft!
Leider geht die Stadt Wien allzu leichtsinnig mit dem Geld der SteuerzahlerInnen um. Eines der größten finanziellen Desaster der Stadt Wien - der Pratervorplatz bei dem die geplanten Kosten um 80% (!!!) überschritten wurden, - liegt in unserem Bezirk. Die riesigen Summen die in Wien durch Seilschaften und "Freunderlwirtschaft" verspielt werden, fehlen dann bei dringenden Aufgaben wie der Bildung!
Bildung von Jung bis Alt
Wie ganz Wien benötigt auch unser Bezirk einen massiven Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen. Während eine solche Kindergartenoffensive auf städtischer Ebene angesiedelt sein muss, gibt es für junge Menschen im schulpflichtigen Alter auch seitens des Bezirks jede Menge zu tun: Initiativen zur interkulturellen Begegnung, Maßnahmen zur Gewaltprävention und Mediation in Schulen, sowie der Ausbau von Freizeit- und Sportangeboten. Sinnvolle Möglichkeiten der Freizeitgestaltung helfen jungen Menschen, soziale Kompetenzen zu erwerben und miteinander respektvoll umzugehen. Doch auch für SeniorInnen ist auf ein entsprechendes Freizeitangebot zu achten, das soziale Kontakte fördert bzw. erhält und die Lebensqualität im eigenen Grätzel erhöht.
Kunst und Kultur
Der zweite Bezirk ist attraktiv für kreative Menschen. Lokale Künstler müssen entsprechend unterstützt werden, und zwar ohne (partei-)politische Vereinnahmung! Der Bezirk soll den strukturellen Aufbau von Kunststätten und Netzwerken unterstützen.
Raumplanung oder Wildwuchs neuer Bauten?
Im zweiten Bezirk entwickeln sich neue Stadtteile, doch eine Strategie der Raumplanung ist nicht zu erkennen.
Konkrete Entwicklungskonzepte für die neuen Stadtteile wären dringend notwendig - von der Nahversorgung bis zum Verkehrskonzept - und müssen selbstverständlich aufeinander abgestimmt werden.